Archiv für Januar 2009

30.03. Panther + Dave & Hal

@Cairo, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.00Uhr

Panther (Portland/OR, US)
Zwei Leute machen eine Band: kann gut sein, muss es aber nicht. Bei Panther allerdings könnte es kaum besser sein. Nachdem Charlie Salas-Humara unter PANTHER ein Soloprojekt mit Cello, Gitarre und Gesang startete und dieses um Joe Kelly (31 Knots) am Schlagzeug erweiterte, können wir nun das Resultat bewundern, dem absolut nichts fehlt, was eine Band braucht. Mit ihren tanzbaren, aber auch vertrackten Beats, den funky Gitarren machen sie ihren Labelmates von KILLROCKSTARS wie GOSSIP, SHY CHILD oder DEERHOOF alle Ehre. Komplexe Melodien unterstützt von etwas nervösem Falsett-Gesang gestalten das ganze sehr kompakt und abgeklärt. Pünktlich zur Tour veröffentlichen sie noch auf dem Dresdner Label ALTIN VILLAGE eine exklusive Tour-EP.
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Dave & Hal (Poppenlauer, D)
Poppenlauer? Da kann man so viele Jahre in diesem fürchterlichen Unterfranken verbringen und am Ende wundert man sich immer noch über die Dorfnamen. Die vier Herren von Dave & Hal haben das schwere Los gezogen diesem Poppenlauer zu entstammen und, zu meiner Bewunderung, trotzdem gute Musik hervorzubringen. Ein bißchen Indie, ein bißchen Noise, ein bißchen Emo und ein bißchen PostHC, zusammengemengt zu einer abwechslungsreichen Mischung die gerade noch an die Mentoren von Blackmail erinnert und im nächsten Moment mit Plärrparts a la …Trail of Dead überrascht.
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16.2. – 31 Knots + Future Islands

@Cairo, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.00Uhr

31 Knots (Portland/OR, US)
Wenn man sich eine Band musikalisch ausserhalb abgetretener Pfade bewegt, wird es für potentielle Rezensenten schwer treffende Schlagwörter zu finden, die dem Leser (wenigstens) eine Ahnung geben sollen. 31Knots ist so eine Band, bei der man mit Wörtern höchsten als deren Kombination etwas Eindruck vermitteln kann. In diesem Sinne ließe sich eine Beschreibung etwa so lesen: Saustarker Indie-Post-Quirk-Noise-Punk-Rock-Punkrock, den einem 31 Knots hier mit beeindruckende Dynamik und musikalischer Versiertheit vor die Füße werfen. Vielfalt, Manie, Vertracktheit, Funk und irre Emotionen inklusive.
Wenn das nicht hilft, kann man benachbarte Bands als Referenzen anführen. Etwa so: das Trio bewegt sich irgendwo auf der Grenze zwischen The pAper chAse, Modest Mouse und/oder Fugazi. Oder, endlich, man lässt die Band kurz, knapp und am treffendsten für sich selbst sprechen: „post-apocalyptic Vaudevillian punk“ (O-Ton).
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Future Islands (Baltimore/MD, US)
Wie das wohl klingt, wenn man die Intensität von The pAper chAse nimmt und in eine, sagen wir mal, ravige Dance Umgebung stellt? Oder andersrum: wie müsste man sich das vorstellen, beatlastiger, tanzbarer Synthiepunk der sich nicht in guter Laune verliert. Future Islands wagen diesen Grenzgang. Ein bratzender (!) Bass, fettes (!) staccato Schlagzeug, und das fliepige (!) Keyboard gehen in die Beine. Darüber verlangt der beinahe manische Gesang von Sam Herring die Aufmerksamkeit der ZuhörerIn. Oder so: „…a feverish deja vu of beautiful detritus floating in inky & turbulent waters after a musical shipwreck of damaged grandeur, synth drones which are the good cop in Suicide’s double act, and rotund epic torch-balladry…“.
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