Archiv für April 2009

14.05. Edie Sedgwick + Mondo Ray + Harke

@Cairo, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.00Uhr

Edie Sedgwick (Washington, D.C. , USA)
Justin Moyer alias Edie Sedgwick, Mitglied von Antelope und zuvor bei Supersystem und El Guapo aktiv, bezeichnet sich selbst als „transgendered reincarnation“ der historischen Edie Sedgwick, einst Superstar in Andy Warhols Factory, die 1971 an einer Überdosis Barbiturate starb.
Musikalisch gibt es einen Bastard zwischen Art Rock, Dance und Post Punk mit Schwerpunkt auf Rhythmik und ihrem atemlosen und überdrehten Gesang. Trotz der meist kargen, leicht unterkühlten Instrumentierung von (nur) Bass, Schlagzeug und Orgel wird ein schnittiger Groove erzeugt, der nicht nur an Antelope, sondern auch an ESG oder frühe Talking Heads erinnert. Textlich werden populäre Persönlichkeiten als Spiegel der Gesellschaft kommentiert und virtuell zu Wort gebeten. Ihre Live-Band versammelt illustre Gestalten aus dem D.C.- Dunstkreis, wie Mitglieder von The Evens, Beauty Pill oder Medications. Mit ihrem dritten Album “Things Are Getting Sinister and Sinisterer“, aufgenommen von Ian MacKaye und erschienen auf dem altehrwürdigen Dischord Label ist Edie erneut unterwegs in Europa.
Oder wie Ian MacKaye einmal bemerkte: „Justin’s seizures spawned erratic behavior. […] His bands broke up. He started wearing cocktail dresses. He wrote an autobiography of Meryl Streep and tried to stage readings at Fugazi shows. And Edie Sedgwick was born.“

File Under: Antelope, Talking Heads, XTC, Dischord Records
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Mondo Ray (München, D)
Als Solo-Projekt von David da Cruz (Subrosa Falcon Association) ins Leben gerufen und auf der Bühne nun an den Drums unterstützt von seinem Bruder Hugo (ebenfalls Subrosa Falcon Association) bringen uns Mondo Ray melodieverliebten Lofi-Garagenpunk, der wahnsinnig catchy daherkommt! Nachdem die beiden im April fünf Shows in New York spielen werden, dann auch mal wieder hier. JAAA!
File under: The Sultans, The Nerves, Jay Reatard, Hüsker Dü
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Harke (Würzburg, D)
Den Abend eröffnen Harke. Die neue Band um Mitglied der Münsteraner Culm und der Würzburger Dead Radio Transmission spielt Post-Hardcore zwischen verspielten Instrumental-Parts und euphorischen Ausbrüchen mit englischen und deutschen Texten. Für die Nerds und Schubladenliebhaber: Zwischen alter D.C.-Schule und Mid- 90s Emo. Man muss das Rad eben nicht ständig neu erfinden, denn Harke schaffen es auch so frisch und unverbraucht zu klingen.
File under: Yage, Culm, Amanda Woodward
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07.05. Airpeople + Tschilp + 80 km vor Baghdad. Danach Letzter Hype Party!

@Immerhin, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.00Uhr

Airpeople (Köln, Trier, Hamburg, D)
Airpeople sind eine dieser Bands, bei denen man sich fragt: „Wie machen die das eigentlich?“ Vier Leute aus drei unterschiedlichen Städten (namentlich Köln, Trier, Hamburg) verzücken hier mit weitgehend instrumentalem Post-Rock der vertrackten und komplizierteren Schiene. Das heißt aber mitnichten, dass man nur technisch ausgefuchste Spielereien um die Ohren kriegt, wissen sie doch mit catchy Songwriting zu überzeugen. Bands wie Sleeping People oder Turing Machine lassen sich hier wohl als Referenz nennen, die Synthies sorgen in dem Kontext für die nötige Portion Eigenständigkeit. Sind übrigens Leute, die sich auch schon in Bands wie Fuckyouismyname, Eniac oder The Oliver Twist verdient gemacht haben. Bomben Sache!
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Tschilp (Hamburg, D)
Dem aufmerksamen Betrachter der Band-Seite fällt früher oder später unweigerlich auf, dass die Band Tschilp zwar schon seit 2002 existiert, ihre erste 7″ aber erst anno 2007 auf den Markt kam, das Full-Length gar erst dieses Jahr erscheinen wird. Die Erklärung dafür findet sich aber auch sehr schnell: Schon 100 Konzerte gespielt zu haben ist wahrlich nicht ohne. Die drei Mädchen spielen, O-Ton, irgendetwas „zwischen schön trübsinnig fragiler Gitarrenpopmusik, introvertiertem Krach ohne Muskeln und Post-Rock-Daddelei“. Hört sich auf jeden Fall super an.
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80 km vor Baghdad (Trier, D)
Ich bin ja zugegebenermaßen kein großer Freund von Musik mit deutschsprachigen Texten. Daher war ich überrascht von den lyrics von 80km vor Baghdad, denn die sind mal so: Richtig gut! Wundert auch nicht, wenn man bedenkt, dass das Duo wohl schon zumindest zum Teil bei Mahatmahitler aktiv war/ist/whatever. Verpackt ist das in elektronischen und minimalistischen Dance-Punk mit einer guten Portion Witz. Ich mags.
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Anschließend Party mit dem Letzten Hype

„Was machst du am nächsten Donnerstag?

Du gehst zuerst auf das Konzert von Airpeople, Tschilp und 80 KM vor Bagdad, das dir von XyeahX präsentiert wird.

Danach bleibst du gleich da, denn draußen gibt es sowieso zuviele Schweine mit Grippe. Das Virus, das die Armee der Twelve Monkeys freigesetzt hat, scheint sich auf dem ganzen Erdball zu verbreiten. Den wenigsten von uns wird es möglich sein, in die sicheren Schutzräume unter der Erde zu fliehen, wenn das Virus auch hier ausgebrochen ist. Daher feiere mit uns die allerletzte Party der Menschheit.
Futter aus Schweinetrögel, Desinfektionsspray und auch Mundschutz wird genügend vorhanden sein. Djs aus den Hype-/XyeayX-Teams geben Ihre Sets zum Besten. Es gibt ausreichend veganes und keimfreies Essen, und ein albernes Gewinnspiel.

Nach uns die Schweinepest… oder so.“
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