Archiv für September 2009

18.10.2009 – Teenage Cool Kids + Algernon Cadwallader

@ Immerhin Würzburg

Einlass: 20:30
Beginn: 21:00

TEENAGE COOL KIDS & ALGERNON CADWALLADER
Die kleinen Brüder von Meneguar & Cap‘n Jazz!

Teenage Cool Kids (Denton, Tx, USA)

Teenage Cool Kids spielen coolen (ach was!) Northwest-Indiepunkrock mit viel Dynamik und ineinander übergehenden Parts mit herrlich schrammeligen Gitarren, die immer wieder in poppigen Hooks gipfeln oder in akustische Ruhepausen zurückfallen, um sich anschließend erneut zu erheben. TCK sind vom späten klassisch verschrobenen 90er-US-Indierock beeinflusst und dem Emo und Postrock genauso wenig abgeneigt wie dem straighteren Indiesound; Ein bisschen Built to Spill, ein wenig Wolf Parade, angereichert mit etwas Meneguar und Dinsoaur Jr.. Ihr zweites Album „Foreign Lands“, das in Europa kürzlich von Narshardaa veröffentlicht wurde, wo auch u.a. so illustre Bands wie Meneguar, The Mae Shi, oder die Kollegen von Shokei und The Falcon Five ihre ersten Releases herausbrauchten, hätte auch genauso gut auf das altehrwürdige Label Sub Pop gepasst… aber vielleicht landen TCK da ja noch irgendwann mal!
File Under: Meneguar, Dinosaur Jr., Oxford Collapse
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Algernon Cadwallader (Philadelphia, Pa, USA)

Als ich das erste mal das Debut-Album von Algernon Cadwallader hören dürfte, dachte ich nur „Wow! Wow! Wow!“, denn in den letzter Zeit hat mich kaum eine neue Band so durch ihre jugendliche Euphorie und Spielfreude überzeugt.
Die sympathische Band macht einen ziemlich guten Bastard aus Indie, Punk und Emo (und zwar den guten alten, nicht den vor dem man sich widert). Mich erinnert’s sehr an Cap‘n Jazz (der Gesang!), Van Pelt oder I Hate Myself, ist aber doch ein wenig komplizierter und moderner. Das bedeutet also: Feines Gitarrengeklimper, mal melancholisch, mal fröhlich; dazu ein solides Bass-Schlagzeug-Fundament und die Art von Gesang, die du in deiner Jugend so geil fandest. Catchy sind die Songs auch, und trotz der genannten Einflüsse wirken A/C nicht ansatzweise wie ein Abklatsch.
Anders gesagt: „It’s like American Football meets something fuckin‘ cool that I cannot explain at all“. Und wer sich nun vielleicht fragt wie der Bandname richtig ausgesprochen wird, der sollte in jedem Fall an diesem Sonntag mal im Immerhin vorbei schauen!
File Under: Cap‘n Jazz, The Van Pelt, Make Believe
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22.10.2009 – Shokei + Patterns + The Falcon Five

@ Cairo Würzburg

Einlass: 20:30
Beginn: 21:00

SHOKEI & PATTERNS & THE FALCON FIVE
Postpunk/NoWave/Dub/Weltmusik/Profipunk

Shokei (Bad Bocklet, D)
Wie soll man nun eine Band beschreiben, die man schon sehr lange kennt und von der man schon immer gesagt hat, dass sie schwer zu beschreiben ist? Ich will’s versuchen: Das in der Zwischenzeit zum Quartett gewordene Trio aus Würzburg macht eben gute Musik. Markenzeichen sind ein oft trockener, aber immer rockender Bass, der hier auch wesentlich mehr zur Geltung kommt als bei manch anderen Bands. Dazu einfache, aber sehr kreative Gitarrenarbeit und ebenso minimalistisches Schlagzeug-Gebimmel. Begleitet wird das von unterschiedlichen Percussion-Instrumenten, die für Abwechslung sorgen. Außerdem gibt’s vierfachen Gesang auf die Ohren, allerdings meistens eher gesprochen
oder gerufen denn tatsächlich gesungen. Viele Referenzbands fallen einem nicht ein, aber diese können dafür nicht mehr für sich sprechen: Fugazi, Shellac, Shipping News. Außerdem trinken Shokei auf Tour mehr
als Rawside – nachweislich!
File Under: Minutemen, Shellac, Weltmusik
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Patterns (Köln, D)
Hierüber ist sich tatsächlich nahezu jeder den ich kenne einig: Patterns können was! Die Kölner machen mathematisch-rockigen Post-Hardcore (oder sowas ähnliches), der ohne jegliche Arroganz und mit viel Sympathie daherkommt. Dabei verpacken sie teilweise vertrackte Rhytmik und kompliziertes Songwriting in gut tanzbare und eingängige Songs, bei denen man sich einfach mitbewegen will. Das sind
zwei Qualitäten, die nicht viele Bands vereinen können (Medications zum Beispiel können das und klingen auch nicht unänhnlich). Bonuspunkte gibt’s für Aktionen wie Kuhglocken und ähnliches ans Publikum zu verteilen. Ergreif also die Chance und werde auch du jemand der sagt: Patterns können was!
File Under: Abe Vigoda, Q And Not U, Dub & Afro-Beat
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The Falcon Five (Würzburg, D)
Obwohl sich die Mitglieder von The Falcon Five schon in vielen großartigen Bands aus der Umgebung zum Besten gegeben haben resp. immer noch geben (Shokei, McCarthy Blacklist, Single State of Man…) hat man es hier keineswegs mit einem Mikrowellen-Kaffee zu tun: Oh nein, im Gegenteil, mich persönlich konnte kaum eine Band aus dem Raum mit so viel Originalität und Freshness überzeugen wie diese. Gute und solide Rockriffs und Songwriting mit Hitpotenzial ist die Devise. Erinnert entfernt an Les Savy Fav, ist aber straighter und poppiger. Dazu noch die richtige Portion Arty-ness und ab geht die Post!
File Under: Les Savy Fav, Wipers, Postpunk Riff-o-Rama
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06.10.2009 – Lovvers + Kitty Empire

@ Cairo Würzburg

Einlass: 20:30
Beginn: 21:00

LOVVERS & KITTY EMPIRE
Destructo-Power-Pop-Punk aus UK & Post-DC-Hardcore, Indierock und Noise

Lovvers (UK)
LOVVERS machen einen Höllenlärm, der uns zurückbeamt in Zeiten zu denen Darby Crashs Germs oder Flipper eine Revolution auf der Bühne veranstalteten. JAY REATARD, BLACK LIPS oder FUCKED UP haben mit ihnen schon die Bühne geteilt und das passt zu ihrem krachigen, Blues infizierten Punk. New York Noise-Anleihen treffen auf 60’s Garage und Bubble Gum Pop auf schlechten Drogen. Nach über 200 Shows in 2 Jahren und ihrer furiosen 7-Song-in-weniger-als-13-Minut en-Debut-EP „Think“ erscheint nun im September ihr erstes Album „OCD GO GO GIRLS“ (Wichita / Cooperative Music / Universal).
File Under: Germs, No Age, Jay Reatard, Clorox Girls
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Kitty Empire (D)
Das letzte Mal waren KITTY EMPIRE bei den Kollegen von Komm Küssen zu Gast und wir durften uns von den Live-Qualitäten des Trios überzeugen. Nüchtern, geradeaus und reduziert loten die Augsburger auf ihrem bereits 4. Album „Peep! Peep! Donkey“ (Red Can/Kollaps) den Grenzbereich zwischen Post-DC-Hardcore, Indierock, Noise und Postrock kongenial aus und strahlen dabei eine Selbstverständlichkeit und Unabhängigkeit aus, die kaum eine andere Band des Genres hierzulande an den Tag legt. We are all Vorfreude!
File under: Medications, Shellac, Frodus
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