Archiv für Oktober 2009

03.11.2009 – The Paper Chase & Cut That City

03.11.09 Cairo Würzburg
21:00
VVK 7 EUR (H2O Würzburg, info@xyeahx.de); AK 9 EUR
THE PAPER CHASE & CUT THAT CITY
Indie/Noiserock aus den USA & Post-Hardcore

The Paper Chase (Dallas, TX, USA)

The Paper Chase aus Dallas, Tx kombinieren schneidend-schräge aber stets melodische Klavier- oder Gitarrenmelodien beängstigend exakt mit vielfältigen wuchtigen Rhythmen, hypnotisch vereint von den ausdrucksstarken und oft morbiden Vocals in denen John Congleton düster-kafkaeske Geschichten erzählt, häufig gewürzt mit feiner Ironie. Das gerade erschienene Album ‚One Day This Could All Be Yours Pt. 1′ von The Paper Chase entwickelt ihre brodelnde Mixtur konsequent weiter, wenn auch mit noch einem Schuss mehr Pop-Appeal. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass The Paper Chase eine fantastische Live-Band sind, die ihre Musik mit einer spielerischen Leichtigkeit und emotionalen Intensität präsentieren, die fast einzigartig ist. Wer musikalische Anhaltspunkte braucht: von der noisig-rhythmischen Wucht von Bands wie Jesus Lizard oder Chokebore ist hier ebensoviel zu spüren wie von den flirrend-eindringlichen Indiemelodien von Modest Mouse und dem charismatischen Ergüssen eines John Cage. Als Produzent kennt man ihren Sänger John Congleton ebenfalls: Von Explosions In The Sky über Erykah Badu bis hin zum aktuellen Album von The Thermals hat er schon einiges an großartiger Sound-Arbeit geleistet. Seine Musik mit The Paper Chase fasst Congleton selbst so zusammen: „82 Prozent rasende Verzweiflung, 3 Prozent gepuderten Zynismus, 5 Prozent geronnene Unzufriedenheit und 10 Prozent von einem kleinen Jungen, der in einer unbequemen Box gefangen ist.“ Nach 2006 zum zweiten Mal in Würzburg!
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Cut That City (Lohr, D)

Plattenbauten, Wohnsilos und halbfertige Hoteltürme stürzen ein, nature strikes back und Cut That City! tun so, als würden sie den Soundtrack dazu liefern. Zugeschnitten wird ebenfalls am Main, genauer gesagt in Lohr. Auf dem Rezept stehen Gitarrengefiesel und dröhnende Bassriffs, genauso wie gelegentliche Hardcore-Gewitter und krumme Takte. Mehr Post als Punk, mehr Struwwelpeter als Zappelphilipp und alles ein bisschen mehr “straight forward“ als vieles, das der gleichen Schiene zugerechnet wird.
So oder so ähnlich hört sich der Sound der vier Protagonisten an, aber am besten lässt man die Musik dann doch für sich selbst sprechen
Anders als beim designierten Außenminister darf auch auf englisch gejault werden, von daher eher Cut That City! als Katze City, schließlich wird hier meist doch lieber zerlegt und zerschnitten als gestreichelt und liebkost.

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