Archiv für November 2010

17.12.2010 – XYEAHX & KUPUK – Diskussion & Konzert & Party

@ Immerhin Würzburg
Einlass: 20:30
Beginn: 21:00

Podiumsdiskussion über Gegenwart und Zukunft der Alternativ- und Soziokultur nach dem Ende des AKWs

Obwohl das AKW im Jahre 2009 finanziell ausblutete, wirkte das Echo in der Öffentlichkeit so, als sei das Autonome Kulturzentrum sanft entschlafen. Die Traueranzeigen eine kurze Randnotiz, keine Debatte über den Grund des Niedergangs, geschweige denn über die Zukunft der selbstverwalteten Subkultur in Würzburg.
Die Szene, will man sie denn so nennen, organisierte sich ohnehin Jahre vor dem Ende des AKWs in städtischen Jugendkultureinrichtungen, und im medialen Diskurs spricht man seit einem Jahr sowieso lieber von Saferparty, Diskolizenzen und Verlängerung der Sperrzeiten als von Soziokultur.
Fehlt also überhaupt etwas? Muss man froh sein, dass es in Würzburg noch Institutionen wie das Cairo, den B-Hof oder das Immerhin gibt? Oder müsste man dafür sorgen, dass ein neues Experimentierfeld entsteht, dass nicht von der Liebe des Kulturreferats erdrückt wird?
Eigeninitiativ, alternativ, selbstverwaltet, soziokulturell, autonom: Anhand der Begriffsmatrix, die mit dem AKW in Verbindung stand, soll während der Podiumsdiskussion die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Sozio- und Alternativkultur zur Debatte stehen.

Live:
MahjonggMahjongg (Chicago, USA)

Das Dance-Punk Kollektiv zwischen Afro-Beat, Postpunk, Elekronik und hypnotischem Krautrock à la CAN zeigt sich von Genrekonventionen und Trends einigermaßen unbeeindruckt und bringt den Underground Dancefloor zum Beben. Dort vereinen Mahjongg Polyrhythmik und elektroide Discolines, die Prince alle Ehre machen, Gang of Four-Gitarren und wabernde Klangflächen mit einer Spielfreude, die einem das Herz aufgehen lässt. Auch von Indie-Hypemaschinen wie Pitchfork Media (zurecht) v.a. aufgrund ihrer Qualitäten als Liveband abgefeiert: “All this is to say, perhaps the question with Mahjongg is less „what if indie kids played dance music?“ and more „what if hippie music collectives were talented, made good music, and weren‘t full of hippies?“” (Pitchfork)
Im Dezember treten Mahjongg zum zweiten Mal in Würzburg im Rahmen der KuPuK und XYeahX Party im Immerhin auf und präsentieren ihr neues Album „The Long Shadow of the Paper Tiger“ (K Records). Wer sie mal mitten in der Nacht in einem kleinen, verschwitzen Club erleben durfte, der wird jetzt schon vor Vorfreude kaum stillhalten können. Für alle anderen sei hiermit gesagt: Es lohnt sich!

[Myspace]

DJ-Set:
Eve MassacreEve Massacre (Nürnberg)

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion und nach dem Konzert wird Eve Massacre aus Nürnberg auflegen: „Noisy techno mash ups dirty baile bassline house substep minimal kitsch queer ragga drunk unicorn grime rave explosives – Eve Massacre spins the kind of eclectic-empathic as well as house-rocking mixture that you get when someone who used to love making mixtape.“

[Myspace]

04.12.2010 – JOAN OF ARC & LOVE OF EVERYTHING

@ Cairo Würzburg
Einlass: 20:30
Beginn: 21:00

Joan Of ArcJoan Of Arc (Chicago, USA)

Als sich 1995 die Indiepunk / Emocore Band CAP‘N JAZZ auflöste, formierten sich Sänger und Gitarrist Tim Kinsella, Schlagzeuger Nate Kinsella und Bassist Sam Zurick neu und gründeten mit eine Keyboarder und noch einem Gitarristen JOAN OF ARC. Nach mehreren Singles und einer EP (1996) erscheint ein Jahr später ihr erstes Album “A Portable Model Of”. In dieser Formation, könnte man sagen, machten sie sich auf, die Grenzen und Strukturen des Punks zu durchbrechen und experimentelle Elemente wie Tapeloops und Electronica mit einzubeziehen. Dies läuft nun schon 15 Jahre und im Umfeld der Band wurde es nie leise: Die Experimentierfreude der Bandmitglieder führte zu zahlreichen Nebenprojekten, aber auch ständig wechselnder Besetzung, so dass Sänger Tim Kinsella über die Jahre das einzige permanente Gruppenmitglied war, wobei er aber auch selbst regelmäßig als Solokünstler arbeitete. Aus dieser ereignisreichen Bandgeschichte ist dieses Jahr eine DoppelLp erschienen (Polyvinyl), an der 41 Musiker, die jemals bei diesem offenen Bandprojekt mitgewirkt haben, beteiligt waren. Entstanden sind 18 Songs zwischen Indie- und Postrock und abstrakter und ambientöser Electronic mit teils großartigen Eskapaden.
JOAN OF ARC mischt Off-Beat Percussion, Soundcollagen und viele Samples stets mit schrägen Lyrics. Im Zentrum der Band steht nach wie vor Tim Kinsella, der der Musik ein intimes, gefühlsbetontes Element neben dem kunstvollen Zusammenspiel von Melodien und Antimelodien, Rhythmik und Arhythmik zufügt. Mit dem Ergebnis können sowohl Posthardcore/Emopunk Fans wie auch Fans von Postrock/Artrock etwas anfangen. Mal wird Folk mit Akustikgitarren geboten, mal eine laute Mischung aus Soundeffekten und wirren Texten. “Entweder liebt man sie oder hasst sie”, weiß ihr US-Label zu berichten.

[Myspace]

Love Of EverythingLove Of Everything (Chicago, USA)

Als Support ist die amerikanische Indie/Folk-Kombo LOVE OF EVERYTHING mit dabei. Dabei handelt es sich um Bobby Burgs Soloprojekt. Neben seiner Rolle als Bassist bei Joan Of Arc und Mitgliedschaften in diversen anderen Bands (MAKE BELIEVE, CHIN UP CHIN UP) zeigt er solo charmanten und leicht angeschrägten LoFi-Pop. Charakteristisch ist die Lässigkeit, aber auch die Melodien. Aber durchaus ist das ganze auch kantig, im richtigen Moment manchmal ungenau und neben den Takt. Dazu gibts wunderschön absurde Texte. Auch er verzichtet nicht auf Unterstützung von anderern. Live oder im Studio waren bisher schon Joan Of Arcs / Make Believes Sam Zurick, Tim und Nate Kinsella mit dabei, sowie Leute von Shellac, Rainer Maria, Euphone und Owen.

FILE UNDER: Make Believe, Cap‘n Jazz, American Football, Owls, Promise Ring, Owen

[Myspace]

28.11.2010 – CHROMATICS

@ Mainfrankentheater Würzburg (Großes Haus)
Einlass: 20:30
Beginn: 21:00
VVK: 7 EUR (H2O Würzburg, Cairo, Mainfrankentheater, info@xyeahx.de)

Chromatics Chromatics (Portland, Oregon; USA; Italians Do It Better)

CHROMATICS ist eine Band aus Portland, Oregon und gründete sich im Jahr 2000. Seitdem hat sich ihr Musikstil immer wieder verändert. Die entscheidene Transformation vollzog sich im Jahr 2004 als Johnny Jewel, Produzent und Gründer des angesagten Dance-Labels ITALIANS DO IT BETTER und Mitglied der Schwesterband GLASS CANDY zur Gruppe hinzu stieß. Aus dem spärlich instrumentierten Postpunk ihrer Anfangstage entwickelte sich nun ein Hybrid aus Elektro, Synthpop, Italodisco, Krautrock und Ambient. Zwar erschien ihre Musik immer noch stark im Postpunk verwurzelt, aber ähnlich wie bei Jewels anderen Projekte, DESIRE und GLASS CANDY, öffneten sich CHROMATICS nun einem vollkommen neuen Publikum. Ihr Album „Night Drive“ (ITALIANS DO IT BETTER), und die Singles „Hands In The Dark“, „Nite“, „In The City“ und „In Shining Violence“ zelebrierten geradezu den hypnotischen, düsteren und leicht unterkühlten Minimalismus ihrer Arrangements. Die Kombination des fragilen Gesangs von Ruth Radelet und den glasklaren, verhallten Gitarren mit einem reduzierten, pulsierenden Rhythmus und bratzenden Retro-Synthesizern schafft es trotzdem eine gewisse Melancholie, Wärme und Vertrautheit auszustrahlen. Live dürften CHROMATICS nicht nur 80er Jahre Giorgio Moroder-Nostalgiker überzeugen, sondern auch Freunde modernen elektronischer Tanzmusik. Im Oktober 2010 wird ein neues Doppelalbum des Quartetts veröffentlicht.

Für eines von sehr wenigen Deutschlandkonzerten kommt die Ausnahmeband auch nach Würzburg und wird an diesen Abend im Mainfranken Theater auftreten. Für diesen Anlass wird die Theaterbühne des großen Hauses so umgestaltet, dass auf ihr eine weitere Bühne errichtet und dadurch ein neuer Konzertraum erschlossen wird. Sowohl Konzertbühne als auch der Zuschauerraum finden ihren Platz auf der Theaterbühne.

Präsentiert von XYEAHX und CAIRO Würzburg.

[Myspace]

24.11.2010 – THE FALCON FIVE + GTUK

@ Kunstschiff Arte Noah
Einlass: 20:30
Beginn: 21:00

The Falcon FiveThe Falcon Five (Würzburg)

Die vierköpfigen The Falcon Five aus Würzburg sind erneut zu Gast und liefern wie gewohnt guten Artrock mit feinen Riffs und guten Licks. Mit ihren nach vorne gehende Songs inklusive Ohrwurmpotenzial hat die Band es schon lange geschafft, die fränkischen Gefilde zu verlassen und sich auch andernortes einen Namen gemacht (nicht zuletzt wegen ihrer berüchtigten Trinkfestigkeit!). Diesesmal gibt es nur neue Songs, die wir uns auch alle auf der in Bälde erscheinenden Platte anhören können/werden/sollten. Deshalb sollte man sich das natürlich nicht entgehen lassen!
Nach einigen Kleinformaten erscheint Ende November übrigens ihr lange erwartetes Debut Album „Soft Speak“ als LP und CD auf Beau Travail.

Alleine die Tatsache, dass das ganze auf einem Schiff stattfinden wird, sollte den ein oder anderen dazubringen, der Band an diesem Abend die Aufwartung zu machen. Normalerweise beherbt die Arte Noah Austellungen und ähnliches, wagt es aber nun einen gehörig lauteren Gast Platz zu bieten.

[Myspace]

GtukGtuk (Berlin)

Außerdem zu Gast wird GTUK sein, der dem ein oder anderen als Ein-Mann-Show schon bekannt sein könnte. Elektronischer Beat und Synthesizer-Klänge, welche meist an alte Nintendospiel erinnern, laufen mal zu Geschrei, mal zu Gesang. Aber egal wie, es lädt zum tanzen (eigentlich sollte man ja „raven“ schreiben, aber das will ich nicht in einer info von uns haben) ein.
siehe auch: Les Trucs, Nintendo, Knertz!

[Myspace]