Archiv für Januar 2011

23.02.2011 – TERROR BIRD

@ Cairo Würzburg (Studiobühne)
21 Uhr

Dark Synth Pop / Minimal Wave aus Vancouver

Terror BirdTerror Bird (Vancouver, CA; Atelier Ciseaux / La Station Radar))

‚Shadow pop‘ – dunkel, glitzernd und melodisch ist die Welt von TERROR BIRD. Düstere und melancholische Texte, vorgetragen von verschwörerisch schönen female Vocals, treffen auf zuckersüße Pop Hooklines. TERROR BIRD ruft Erinnerungen an Lo-Fi Synthie-Pop und Dark/New Wave Pop und den Glam und Glimmer der 80er wach, von Kate Bush über Human League bis Philipp Glass, ohne dabei aber in eine rein abkupfernde Retro-Pose zu verfallen. Ähnlich wie Zola Jesus, Desire, Fever Ray oder Crystal Castles machen TERROR BIRD viel zu sehr ihr eigenes Ding draus, als dass man von einem reinen Nostalgie-Phänomen sprechen könnte. (Die eben genannten sind übrigens alles Bands mit denen TERROR BIRD nicht nur die Präsenz einer starken weiblichen Stimme teilen, sondern mit denen sie auch auf einer gerade erschienen Synth Wave Compilation auf Rough Trade vertreten sind, die sich der Schönheit von allem widmet, was im Laufe der letzten ein, zwei Jahre in Richtung Moroder-Synthies und Disco Noir so alles aufgeblüht ist.) TERROR BIRD ist das Projekt von Nikki Nevver, Sängerin und Synthiespielerin, die auch bei den MODERN CREATURES spielt, und mit grade mal 25 Jahren schon hunderte von Songs geschrieben hat.

Tanze oder weine. Strange Synthieakkorde aus der Dunkelkammer von Sängerin Nikki’s Herzens, und trotzdem voll von sonnigen Erinnerungen an Liebe und sowas. Terror Bird’s Songwriting rivalisiert mit Daniel Johnston und Kate Bush macht mit David Bowie und Morrissey rum. Wer hier von Witchhouse redet, hat vielleicht auch etwas recht.

Pressestimmen:

Whether upbeat and catchy or percussion-less and funereal, [Terror Bird] focuses on Nikki Never’s raw, reverbed vocals, with haunted keyboard arrangements steeped in minimalistic 80s new wave. -Pitchfork

Wonderful electro-pop oddity full of lovely 80s chimes, gliding synths and of course, the voice of Nikki Never turned into duo and soaring, expanding strong enough to vanquish into oblivion any shadowy succubi that might try to crawl up the stairs. -20 Jazz Funk Greats

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26.02.2011 – POLITE SLEEPER & YOUNG HARE

@ Immerhin Würzburg
Einlass: 20:30
Beginn: 21:00

Polite SleeperPolite Sleeper (Brooklyn, NY; USA)

Polite Sleeper is a folk punk mess and a story about starting over“ Folkpunk? Klingt das so wie Dropkick Murphys? Nietzsche bewahre! Nicht irische Dudelsackfolklore geben die Richtschnur für das sympathische Trio, sondern angenehm geerdeter Americana. Und Punk meint nicht einszwoeinszwo-Gerumpel sondern findet sich eher in Texten und DIY-Bekenntnis wieder. Dabei heraus kommt faszinierende Musik, mal im besten Sinne schön, mal verstörend. Von reduziertem Drumset bis zum Spiel ohne Bass sind die Songs so abwechslungsreich wie roh. Aber auch mit einer gewissen Portion Selbstironie ausgestattet, die das Abrutschen in kitschähnliche Gefilde nähe Saddle-Creek verhindert.

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Young HareYoung Hare (Frankfurt a.M.)

YOUNG HARE ist eine frische Band aus Frankfurt a.M., die Großes erwarten lässt. Ihre Musik pendelt zwischen Krautrock, Beach Pop und Postpunk. Es gibt demnach „shaky shaky lo-fi beach pop on its own tropical island.“ Oder aus pädagogischer Sicht betrachtet wird YOUNG HARE zumindest zugestanden: “na wenigstens sind sie runter von der strasse “ (O-Töne).

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04.03.2011 – MASERATI & GÜNTER SCHICKERT & URBAN HOMES

@ Cairo Würzburg
Einlass: 20:00
Beginn: 20:30

MaseratiMaserati (Athens, GA, USA; Temporary Residence)

Dass die Band nach dem tragischen Tod ihres Drummers Gerhard Fuchs weiter machte, war ja schon ein gutes Omen. Doch dass man sie jetzt mit neuem Album „Pyramid of the Sun” im Gepäck auch wieder live sehen kann, erfreut umso mehr. Die Platte, für die Gerhard Fuchs auch noch etliche Tracks eingespielt hat und die ihm gewidmet ist, überzeugt durch starken instrumentalen Post-Rock irgendwo zwischen beatlastigem, neuen Kram wie !!! (bei denen Fuchs auch Schlagzeug spielte) und Kraut-Klassikern wie Can oder Ash Ra Tempel. Treibende Rhythmen, ein Bass der den Chemical Brothers entsprungen sein könnte, die sphärisch sirrenden und Maserarti-typischen Gitarren und den Einsatz diverser Elektronika machen das ganze dynamisch und klangvoll, vielleicht sogar etwas melodischer, aber nicht immer glatt. Intensität entsteht aus den auf- und abschwellende Songstrukturen mit ordentlich Wucht und Energie dahinter, die man live so auch spüren wird. Den Part von Gerhard Fuchs wird der Schlagzeuger der Band Zombi übernehmen, mit denen Maserati 2009 auch eine Split veröffentlicht haben.
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Günter SchickertGünter Schickert (Berlin)

Ebenfalls an diesem Abend wird Günter Schickert auf der Bühne stehen. Sein musikalisches Schaffen begann bereits 1973. Sowohl mit Band (GAM), als auch solo verschaffte er sich in der Krautrockszene Gehör. Schickert gehörte in den 70er zum Umfeld von Klaus Schulze (Tangerine Dream, Ash Ra Tempel), mit dem er damals auch Musik machte. Er gilt als Erfinder der elektrischen Echogitarre und neben zahlreichen Bandprojekten kreierte er solo einen ganz eigenen elektronischen Gitarrensound, indem er unzählige E-Gitarrenlinien übereinander schichtete und diese als Grundlage für weitere, gedehnte, jaulende und hallende Gitarrenausflüge verwendete. Diese Musik führte er fort und veröffentlichte immer wieder Alben, anstatt sich auf seinem Status einer Krautrocklegende auszuruhen. Außerdem tritt er nach wie vor live auf. Bei diesem Konzert werden ihn Maserati unterstützen und man darf wohl psychedelischen Avantgarde, atonale Metamusik, sowie treibende Echos und harmonische Klangfarben erwarten. Das alles ergibt krautig-elektronische Musik, umrandet von Schickerts meisterliche Echogitarre.

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Urban HomesUrban Homes (Köln)

Urban Homes ist eine noch recht neue Band aus Köln. Bass und Schlagzeug bilden das rhythmische Fundament, davon getragen werden zwei Gitarren mit mal minimalistisch-repetitiven Mustern, mal maximalistischen Melodien.
Ergänzt durch den Einsatz von Synthesizern, Samples, Delay, Loop-Effekten und gelegentlich auch Gesang, ergibt das Ganze eine Mischung aus Post-Punk, Krautrock und Dub. Wer Referenzen braucht, denke an eine rohe Version von Battles, Tortoise und neueren Dischord-Bands.

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