13.10.2011: EDIE SEDGWICK & SISSTERS & TENDING TO HUEY

13.10.2011
Immerhin Würzburg
Einlass: 20:30 Uhr
Beginn: 21 Uhr

XYEAHX Show #152: EDIE SEDGWICK, SISSTERS & TENDING TO HUEY

Edie SedgwickEDIE SEDGWICK (Washington, D.C. , USA, Dischord Records)

Justin Moyer alias Edie Sedgwick, bekannt als Mitglied von Antelope, Supersystem und El Guapo, bezeichnet sich selbst als „transgendered reincarnation“ der historischen Edie Sedgwick, einst Superstar in Andy Warhols Factory, die 1971 an einer Überdosis Barbiturate starb. Musikalisch gibt es einen Bastard zwischen Art Rock, Dance und Post Punk mit Schwerpunkt auf Rhythmik und ihrem atemlosen und überdrehten Gesang. Trotz der meist kargen, leicht unterkühlten Instrumentierung von (nur) Bass, Schlagzeug und reduzierter Gitarre wird ein schnittiger Groove erzeugt, der nicht nur an Moyers frühere Bands Antelope oder Supersystem, sondern auch an ESG, XTC oder frühe Talking Heads erinnert. Mit dem neuem Album „Love Gets Lovelier Every Day“ (Dischord) im Gepäck macht die neue Band um Moyer, bestehend aus E.D. am Gesang und Gitarre, Jess Matthews am Schlagzeug, Carla Elliott am Gesang und Kristina Buddenhagen am Bass nun auch erneut einen Stopp in Würzburg und bringt uns extrem ansteckenden und tanzbaren „drag punk rock“ mit viel Biss aber auch jede Menge wirklichen „premium“ Humor.

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SisstersSISSTERS (Berlin, Coraille)

Unterstützt werden Edie Sedgwick an diesem Abend von Sissters aus Berlin. Das Duo versteht es mit Schlagzeug, Gitarre und Gesang Gegensätze auf die Bühne zu bringen. Mal laut, mal leise, mal melancholisch, mal schräg. Immer etwas emotional und fragil. Hysterischer, aber auch verletzlicher Gesang trifft auf ein lärmendes Klanggeflecht aus Gitarre und Schlagzeug, um die entstehende Nervösität anschließend immer wieder in eingängigen Passagen aufzulösen. So oder so ähnlich. Man könnte ihre Musik sicherlich in irgendeinem Post-Genre unterkriegen, aber Punk trifft es auch ganz gut. Kürzlich erst erschien übrigens ihr Debut-Album mit dem Titel „There’s A Party In My Mouth But You‘re Not Invited“ (Coraille), welches hiermit wärmstens empfohlen wird!

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Tending to HueyTENDING TO HUEY (Würzburg)

Ebenfalls am Start ist die Würzburger Band Tending To Huey. Das Trio experimentiert, „progressiv“ wenn man so will. Dass dabei jedoch mitunter lupenreiner Pop entsteht, ist dann wohl auch wieder, nun ja … „unkonventionell“. Facettenreich ist es geworden, sehr detailliert. „Beteigeuze“, das Debut der Band, sagt in seinen gut 30 Minuten vielleicht mehr, als andere in ihrer ganzen Laufbahn. Ohne sich an 08/15 – Schemata anzubiedern, ist es doch wahnsinnig catchy. Zur Grundinstrumentierung aus zwei Drumsets und Fretlessbass, gesellt sich ein Sammelsurium aus Gitarre, Flügel, Keyboard- und Percussioninstrumenten. Verwoben mit Streichern, Loops, Bläsern und allerhand anderem Krimskrams aus der Konserve, entsteht ein komplexes Fundament. Die ideale Spielwiese für die mehrstimmigen Vocals, die nicht selten Ohrwürmer kredenzen und deren Geschichten so manche Sehnsucht wecken. „Beteigeuze“ ist vertontes Fernweh!

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