Archiv für Januar 2012

20.02.2012 – HUMAN TETRIS + MAGNETIC POETRY

20.02.2012 – HUMAN TETRIS + MAGNETIC POETRY
@Cairo, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.00Uhr

HUMAN TETRIS (Moskau, RUS)

Das melancholie Post Punk – Quartett “Human Tetris” (benannt nach der gleichnamigen Show aus Japan) – 2008 in Moskau mit den Bandmitgliedern Arvid Kriger (Vocals, Gitarre), Maxim Zaytsev (Bass), Maxim Keller (Gitarre), Sasha Kondyr (Drums) gegründet – spielt einen mal treibenden, mal verträumten, aber immer mitreißend mürrischen „dark indie rock“. Wie ihre russischen Kollegen „Motorama“ sind auch bei den Vieren klare Referenzen an Bands wie Joy Division, The Sisters of Mercy, The Chameleons oder auch Interpol und Editors in ihren Anfangszeiten zu erkennen.

2010 haben Human Tetris die selbstbetitelte EP Human Tetris veröffentlicht, die ihr auf bei Bandcamp bekommt. Derzeit arbeiten HT an ihrem ersten Longplayer.

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MAGNETIC POETRY (Moskau, RUS)
Unterstützt werden „Human Tetris“ an diesem Abend von dem charmanten Lo-Fi Pop Duo „Magnetic Poetry“, welches ebenfalls aus Moskau kommt. In diesem Fall ist nicht an grausig überproduzierte Pop-Balladen zu denken sondern viel eher an ein lauschig,vertrautes Zusammenspiel dessen Intensität wohl auch auf der Bühne zu bewundern sein wird.Ihr frickliger,sphärischer Dreampop transportiert somit genau das was hinter dem Projekt steckt. Eine angenehme Vertrautheit,die raschelt, auch mal kratzt aber vor allem ganz viel Charme hat.Und tanzbar ist das Ganze dann auch noch.
Abseits der ansonsten oft für einen bestimmten Sound oder namhafte Bands bekannten Metropolen dieser Erde hat man also heute Abend mal die Möglichkeit,auf der musikalischen Landkarte eher unbekannte Gefilde zu erkunden.
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09.03.2012 – FRANK A PUNKT SCHNEIDER (Vortrag) + YOUNG HARE + THE DROPOUT PATROL

09.03.2012 – FRANK A PUNKT SCHNEIDER (Vortrag) + YOUNG HARE + THE DROPOUT PATROL
@Cairo, WUE

Einlass: 19.30Uhr
Beginn: 20.00Uhr

FRANK APUNKT SCHNEIDER (Bamberg)
Vortrag „Deutschpop, halt’s Maul!“- Für eine Ästhetik der Verkrampfung mit anschließendem Konzert

Popkultur war vielleicht das wichtigste Reeducation-Programm, das die Alliierten auflegten. Sie überschrieb deutsche Kultur und entfremdete die Kids von Scholle und Volksgemeinschaft. Popmusik auf Deutsch war daher lange Zeit undenkbar. Erst mit Punk entstanden deutsche Texte, die sich zur Kolonialisiertheit durch Pop bekannten. Und als aus der guten alten BRD wieder hässliches neues Deutschland geworden war, verstärkten Bands wie Kolossale Jugend oder die frühen Blumfeld (nicht zu verwechseln mit den späten) die Dissonanzen. Ihre Sperrigkeit war eine Abfuhr ans neu verordnete Wir-Gefühl. Aber in ihrem Windschatten entstand eine neue Generation, die endlich ganz unverkrampft deutsch singen wollte. Tomte, Kettcar oder Klee sangen (noch…) nicht für Deutschland, aber ihr kleinbürgerlicher Gemütsindiepop passt gut zum Entkrampfungsbefehl der Berliner Republik.
An das, was dafür aufgegeben wurde, will der Vortrag erinnern, indem er vom »Fremdwerden in der eigenen Sprache« (NDW) erzählt, von der Materialästhetik der Verkrampfung (Hamburger Schule), von der unglaublich seltsamen Unmöglichkeit deutscher Popaffirmation (Schlager) und natürlich von der Hässlichkeit des Unverkrampften.
Frank Apunkt Schneider ist unfreier Künstler, Autor und selbsternannter Poptheoretiker, Redakteur bei Testcard und Skug und außerdem deutscher Außenposten der Kulturbewegung monochrom (www.monochrom.at).

Präsentiert von KUPUK e.V.

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YOUNG HARE (Frankfurt a.M.)
Young Hare sind zu zweit. Marc & Phil. Kommen aus Frankfurt am Main, sind musikalisch miteinander groß geworden und nun geht es mit dem neuen Projekt ganz schnell: die erste 4song EP ist draussen, eine geplante Tour Anfang 2012 und neue Songs. Young Hares Musik oszilliert irgendwo zwischen Dreampop, Post-Punk, Tropical und Kraut. ‚Bringing summer back‘ – ähnlich wie Washed Out oder Wild Nothing zaubern sie sofort Erinnerungen an sonnige Tage hervor, und dann kommen noch die Justin Timberlake Momente… Young Hare haben einen Louis Vuitton Koffer mit Gitarre, Synths, MPC, Maracas und Shakern im Gepäck und sind vor allem beste Typen.
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THE DROPOUT PATROL (Berlin)
Schon seit über zehn Jahren, als damaliges Soloprojekt begonnen, gibt es die Dropout Patrol. Seit dem ist viel passiert. Mittlerweile zu einer Bandbesetzung zusammengewachsen und einige liebevoll und schick gemachte Homerecordings später sind sie nun endlich einmal mit ihrem wundervoll schnörkellosem LoFi Pop im Cairo. Es handelt sich um alte bekannte die unter anderem schon bei Kids Explode, Petethepiratesquid oder den Ex Best Friends aktiv sind und waren, die hier zeigen das eine Art Vertrautheit und ein Gespür für Melodien und ein wunderbar arrangiertes Songwriting vollkommen ausreichen um alles richtig zu machen. Man könnte an frühe Cat Power, Pavement oder auch Songs: Ohia denken aber vor allem auch an eine eigenständige, frische Band die man sich unbedingt ansehen sollte. Außerdem kann man gespannt sein auf das erste Album, das in den nächsten Tagen rauskommen wird
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21.03.2012 DES ARK + SISSTERS

21.03.2012 DES ARK + SISSTERS
@Cairo, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.30Uhr

DES ARK (Philadelphia, PA; USA))
Bei Des Ark weiß man nie genau, was einen erwartet. Angefangen als Quartett um Gitarristin Aimee Argote über zwei Veröffentlichungen als Duo mit dem Schlagzeuger Tim Herzog (Drums, Ex-Milemarker) wird schließlich Des Ark vorerst zum Solo-Projekt Argotes. Doch schließlich formiert sie wieder neue Bandmitglieder um sich, was aber nicht bedeutet, dass sie sich als Solokünstlerin zurückzieht. Nun kommt sie wieder, aber mit Band und neuer Platte auf Dischord und Lovitt Records. Und produziert wurde diese von niemand geringerem als Kurt Balou (Converge). Auf intensive Noise-Ausbrüche a la Shellac, folgen stille und fragile und eingängige Singer/Songwriter-Momente, die an die einschlägigen Saddle-Creek Produktionen erinnern. Um die Einordnung noch etwas mehr einzugrenzen darf der Hinweis auf Pj Harvey und frühe Cat Power nicht fehlen. Live sind Des Ark allemal einen Besuch wert: Spannend, intensiv und zugleich zerbrechlich!
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SISSTERS (Berlin, D)
Das Duo Sissters versteht es mit Schlagzeug, Gitarre und Gesang Gegensätze auf die Bühne zu bringen. Mal laut, mal leise, mal melancholisch, mal schräg. Immer etwas emotional und fragil. Hysterischer, aber auch verletzlicher Gesang trifft auf ein lärmendes Klanggeflecht aus Gitarre und Schlagzeug, um die entstehende Nervösität anschließend immer wieder in eingängigen Passagen aufzulösen. So oder so ähnlich. Man könnte ihre Musik sicherlich in irgendeinem Post-Genre unterkriegen, aber Punk trifft es auch ganz gut.Nach ihrem letzten Konzert im Hletzten Herbst mit Edie Sedgwick begleiten sie nun Des Ark auf ihrer Europatour. Kürzlich erst erschien übrigens ihr Debut-Album mit dem Titel „There’s A Party In My Mouth But You‘re Not Invited“ (Coraille), welches hiermit wärmstens empfohlen wird!
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30.03.2012 – POLITE SLEEPER + NO FUN CITY (Film)

30.03.2012 – POLITE SLEEPER + NO FUN CITY (Film)
@Cairo, WUE

Einlass: 20.nullUhr
Beginn: 20.30Uhr

POLITE SLEEPER (Brooklyn, NY, USA)
Polite Sleeper is a folk punk mess and a story about starting over“ Folkpunk? Klingt das so wie Dropkick Murphys? Nietzsche bewahre! Nicht irische Dudelsackfolklore geben die Richtschnur für das sympathische Trio, sondern angenehm geerdeter Americana. Und Punk meint nicht einszwoeinszwo-Gerumpel sondern findet sich eher in Texten und DIY-Bekenntnis wieder. Dabei heraus kommt faszinierende Musik, mal im besten Sinne schön, mal verstörend. Von reduziertem Drumset bis zum Spiel ohne Bass sind die Songs so abwechslungsreich wie roh. Aber auch mit einer gewissen Portion Selbstironie ausgestattet, die das Abrutschen in kitschähnliche Gefilde nähe Saddle-Creek verhindert.
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NO FUN CITY (Film)
A film about DIY culture, loud music, illegal venues and the war on fun.

Fast weltweit ein gewohntes Bild: Musikclubs der sog. Independent Szene die sich in Künstlervierteln der etwas weniger betuchten Mitmenschen befinden, werden in vielen Städten mit unerfüllbare Auflagen unter Druck gesetzt oder durch immer näher rückenden Front aus Reihenhäusern oder Eigentumswohnungen vertrieben. Orte kultureller Begegnungen mit einem „Do It Yourself“ Charakter kämpfen neben einer ständig zunehmenden Kommerzialisierung großer Konzerthallen, Erlebnisgastronomie oder einfach nur pingeligen Nachbarn die den Luxus ihrer Eigentumswohnung ohne lästige Nebengeräusche geniessen wollen, um ihr Überleben.

Der Dokumentarfilm NO FUN CITY spielt in Vancouver / Kanada. Doch dieser Film könnte in vielen anderen Orten auf der Welt gedreht worden sein.
In NO FUN CITY erzählen Musiker, Fans aber insbesondere Betreiber von Veranstaltungsorten über ihren täglichen Kampf mit Behörden, Nachbarn und Vermietern, die scheinbar alles versuchen um das was man Subkultur nennt mit allen Mitteln zu unterbinden. Legale Clubbesitzer die Bands Auftrittsmöglichkeiten verschaffen, einem Publikum das präsentieren mit dem es sich identifizieren kann, die also Szene im Hintergrund beleben, werden auf Grund ihrer Passion in eine Illegalität gedrängt.

NO FUN CITY zeigt eine trotz der Anonymität der Masse, eine eng zusammengeschweisste Szene, die ständig auf der Suche nach einem Ort ist, den sie „Zuhause“ nennen kann. Million schweren Klagen, absurdes wie auch ignorantes Handeln städtischer Behörden. Ein ewiger Krieg um Spass zu haben, der zwangsläufig illegale Konzertorte ins Leben ruft: Leerstehende Lagerhäuser, Keller, Abrisshäuser oder eine Tiefgarage.

No Fun City zeigt den Kampf um Underground Music am Leben zu halten und den Umgang mit Dingen die sich dabei in den Weg stellen in denen „Subvention“ ein Fremdwort ist.
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