Archiv für August 2012

29.10.2012 – DOOMSDAY STUDENT & MY DISCO

29.10.2012 – DOOMSDAY STUDENT & MY DISCO
@Cairo, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.00Uhr

DOOMSDAY STUDENT (Providence, RI, USA)

Der Vierer aus Mitgliedern von Arab on Radar und Chinese Stars knüpft an seine Vorgängerbands an und bringt experimentellen, nervösen und überaus krachigen Noiserock/No-Wave, der an den Nerven zerrt und eine chaotische Show verspricht. Zwei sägende, atonale Gitarren mit jeder Menge Feedbacks, nach vorne gehende 4/4-Schlagzeugrhythmen, die immer wieder zerstückelt werden, und einem ekstatischen Sänger. Wie schon der Name andeutet wird das eine angemessen Einstimmung auf den drohenden Weltuntergang Ende diesen Jahres. Oder wie es offiziell heisst: “These men, with two menacing guitars, violent drums, and wild words will control your thoughts. They will build bunkers out of your bones. They will make weapons out of your teeth. They will drink your tears and feed on your meat. They will.“

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MY DISCO (Melbourne, AUS)

Der Postpunk/NoiseRock des klassischen Schlagzeug-Bass-Gitarre-Trios erinnert zuweilen an Shellac, aber jetzt kommt’s: Die Australier sind noch eine Stufe minimalistischer als eben jene! Punktgenauigkeit und Tightness bei treibenden Rhythmen sind die krauteske Devise. Das Trio aus Melbourne war unter anderem schon mit Sonic Youth und Xiu Xiu auf Tour. Ihr neues Album „Little Joy“ hat Shellacs Steve Albini in seinen Electric Audio Studios in Chicago aufgenommen, was besser nicht passen könnte.
 Der geschmackssichere Plattenversand Flight 13 schreibt dazu: „Was die hier abziehen, ist pure Entschlackung. Das Grundgerüst ist simpel, aber megaeffektiv, der Druck, den sie entfachen, enorm, der Raum, den sie erzeugen, ist schmal, lang und tief. Der Tunnelblick schärft sich in der repetitiv-donnernden Hypnose auf die kleinen Dinge, die rythmischen Fillings und kleinen Veränderungen und Details im Gewitter oder kurze Feedbackexplosionen.“ Laut und kraut!

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08.11.2012 – XIU XIU & CANKUN

08.11.2012 – XIU XIU
@Cairo, WUE

Einlass: 20.00Uhr
Beginn: 21.00Uhr

XIU XIU (San Jose, CA, USA)

Zugegeben: Xiu Xiu machen keine eingängliche Musik. Im Gegenteil: Xiu Xius Musik will gehört und verstanden werden. Mit fast erschreckender Ehrlichkeit und Offenheit vertont Jamie Stewart seine Schmerzen, Sehnsüchte und Geschichten. Und die Musik die diese Geschichten erzählt klingt eben so: eindringlich, sperrig, unangepasst – mal verhaucht fragil, mal angetan schön und mal wütend kackophon. Zusammengehalten und getragen wird Xiu Xius Musik von Stewarts unverkennbarer Stimme die einem die Geschichten mal leise ins Gehör flüstert oder schreiend vor den Latz knallt.
Über das neueste Album „always“ (Bella Union) schreibt flight13: „Stewart bedrückt und euphorisiert gleichzeitig, singt über die Abgründe des Menschen, über Tragödien und Schicksalsschläge, fordert heraus, ist erzählerisch und melodramatisch dann doch wieder poppig und tanzbar und reisst hier so sehr mit wie selten.“

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CANKUN (F)

Cankun (Hands In The Dark / NotNotFun / F) hingegen ist in diesem Fall keine mexikanische Stadt am Meer, sondern möglicherweise der Soundtrack zu einem Tag den du dort verbringst. Hypnotisierend tropisch elektronische Klanglandschaften, Gitarren-Drones und synthetische Spielereien in Kombination mit verschwimmenden Vokals. Du sitzt am Meer und Vincent Cayle alias Cankun liefert den Soundtrack dazu. Just in diesem Moment bekommst du Lust mit Delphinen zu schwimmen oder anderen Spielereien im Wasser nachzugehen, um dir am Ende des Tages einen oder mehrere Cocktails an der Bar zu genehmigen. Nichtwissend was geschah. Nicht von ungefähr gestalten sich Cayles Inspirationsquellen laut eigener Aussage wie folgt: „Collages, 60’s urban architecture, coral sand beaches and piña coladas.“ Du weißt was zu tun ist.

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14.11.2012 – DIE! DIE! DIE! & ED SCHRADER‘S MUSIC BEAT & UNUR

14.11.2012 – DIE! DIE! DIE! & ED SCHRADER‘S MUSIC BEAT & UNUR

@THEATER ENSEMBLE, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.00Uhr

DIE! DIE! DIE! (Dunedine, Neuseeland)

Die! Die! Die! haben ihr neues Album „Harmony“ (Golden Antenna) im Gepäck und kommen damit erneut nach Würzburg. Die Musik der drei Neuseeländer bewegt sich irgendwo in den Koordinaten D.C.-Postpunk, Noise- und Indierock. Das neue Album bringt dabei alles was Die! Die! Die! auszeichnet auf einen Nenner. Es vereint die Energie und Emotionen ihrer Live-Shows mit geistreichen Pop-Elementen, die hier und da zu erkennen sind. Dabei umgehen Die! Die! Die! die Gefahr in all zu seichte Gewässer abzudriften. Es scheint als sei „Harmony“ die Symbiose aus dem letzten Album „Form“ und dem Zweitwerk „Promises, Promises“. Technisch kommt das ganze gewohnt gekonnt daher. Agiles Drumming, spannende Melodiebögen mit nach vorne groovendem Bass-Spiel. Zu viel Harmonie sollte man trotzdem nicht erwarten. Live gehen Die! Die! Die! keine Kompromisse ein.

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ED SCHRADER‘S MUSIC BEAT (Baltimore, MD, USA)

Bewaffnet mit nur einer Floortom und einem Bass, reduzieren Ed Schrader’s Music Beat den Pop auf seine organischen Bestandteile: ein Beat, eine Bassline und gecroonte Vocals, die sich sofort festsetzen. Und dabei gleicht die Gründung der Zweimann-Band einem Unfall: Ed Schrader hatte bereits seit Mitte der 2000er unter seinem eigenen Namen Musik gemacht, bevor er sich für eine Show mit seinem Mitbewohner Devlin Rice (Nuclear Power Pants) zusammentat. Die Show wurde zu purer Magie und sowohl die Reaktion des Publikums als auch das Gefühl zwischen beiden machte klar: das kann es nicht gewesen sein. Devlin und Ed formierten ED SCHRADER’S MUSIC BEAT und veröffentlichten eine 7″ auf LOAD Records und tourten extensiv mit u.a. Lightning Bolt, Future Islands und Dan Deacon. Nun liegt endlich das Debüt-Album vor: So wunderbar frisch hat selten ein Act Einflüsse von PIL, Dead Kennedys und Joy Division gekoppelt, mit einer atemberaubenden Bühnenpräsenz versehen, sie auf das wesentliche runtergekocht und regelrecht in Richtung Publikum geschleudert.

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UNUR (Chicago, IL, USA)

Wem Bands wie Tubeway Army oder KaS Product als Referenzen nachgesagt werden und wer darüber hinaus seine Musik auf Kassetten vertreibt, dem wird schonmal Nostalgie als Beweggrund unterstellt. Davon will Patrick Scott alias Unur aber nichts wissen: Unur „is about looking forward and figuring out how to live in a wide-open yet alienating
future“. Diese Zukunft klingt nach Stakkato-Drums, oldschool Synthies, verschrobenen Gitarren und leicht entrücktem Gesang – „minimal, dystopian post-something“ eben.
Für Leute die ihren letzten Kasetten-Recorder schon 1992 an ein einen kapitalen Bandsalat verloren haben gibt es die beiden Kasetten-Releases „Anywhere“ und „Anyone“ (beide Modern Tapes) jetzt auch als handliches 12′‘ Vinyl „Anywhere/Anyone“ (Genetic Music).

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29.11.2012 – EDIE SEDGWICK + LES TRUCS + CRIME

@Cairo, WUE

Einlass: 20.30Uhr
Beginn: 21.00Uhr

EDIE SEDGWICK (Washington, D.C., USA)

E.D. Sedgwick ist mehr als Justin Moyer (Antelope, Supersystem, El Guapo) und seine All-Star-Backing-Band. E.D. Sedgwick ist nicht weniger als „the transgendered reincarnation“ der Warhol-Muse gleichen Namens. So jedenfalls informiert die Homepage. Von der anfänglichen Promi-Besessenheit hat sich E.D. aka Moyer mittlerweile gelöst und auch die Freiheit auch mal nicht im Kleid auf die Bühne zu gehen nimmt sie sich mittlerweile. Aber der Punk bleibt. Und der Funk auch. Immer noch bilden hart ins Bein gehende Rhythmen die Basis, der Bass treibt alles voran und eine verhaltene Gitarre rundet alles ab. Darüber singt, schnarrt und kläfft Moyer im Quartett mit seinen Mitspielerinnen. Hier und da erinnert es nicht ganz zufällig an Moyers Ex-Betätigungsfeld Supersystem/Antelope. Letztens hört man aber auch klassischeres Songwriting hier und da durchblitzen.
Im November – also pünktlich zum Gastspiel im Cairo – erscheint das neue Album „We Wear White“ auf dem legendären Washingtoner Dischord Label

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LES TRUCS (Frankfurt a. M., D)

Es fiept und pluckert sehr bei Les Trucs. Doch nicht in trendiger low-fi 8bit Manier. Denn es kracht und dengelt auch heftig. Aber nicht in trampelnder Neorave Manier. Eher verschrobener Synthiepunk-Punk mit vielen Details und Spielereien, Geballer und Geschrei. Und Chaos… wenn man den Verzicht auf allzu klare Strukturen als Chaos bezeichnen will. „Eine Irrfahrt“ könnte man schreiben… wenn Irrfahrt nicht die zu Tode kopierteste Metapher wäre. Eine Reise vielleicht: einmal Wut und zurück. Als Reiselektüre: begnadete Texte über domestizierte Primaten.

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CRIME (Berlin, D)

Zu Crime finden sich zusammen Mika Risiko von den tollen Sissters und Sarah Adorable vom großartigen Scream Club. Zusammen bringen sie stolpernden Elektro mit dicken Synths, lastigem Bass und fordernden Vocals. Es grüßt zeitgemäßer Elektropunk und 80er Gothpop gleichermaßen und ist verdammt tanzbar . O-Ton: „Queer, D.I.Y and punk at heart, they fuse elements to produce songs that span genres.“

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14.09.2012 – HUSH HUSH

@H2O Recordstore, Würzburg (Karmelitenstraße)

Einlass: 19.30Uhr
Beginn: 20.00Uhr
EINTRITT FREI!

HUSH HUSH (New York/Berlin)
Als Christopher Kline das erste mal als Hush Hush auf Tour ging wusste er nichts von elektronischer Musik und wie man sie produziert. Da war nur der Wille Popstar zu werden und die Idee Hits zu produzieren. Die Grundlagen in Midi erarbeiten, Talent in Stellung bringen, Sex und Ironie oben drauf legen und fertig ist der Lack: von einem fetten Bass getragener, von zeitgenössisch-synthgesättigtem HipHop-/RnB-Sound inspirierter, mit Melodien nicht geizender Pop. Oder so: “Big hot beats and deep vaporising melodies pour out of condensed yet fluffily flowing songs speaking of sex parties, wet panties, and the unspeakable: love.” Als letztes gab es eine längliche Tour mit Yeasayer durch die USA und ein paar großartige Tonträger. Als nächstes tanzintensive, boxengefährdente Shows vor heimischem Publikum.

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